Ralf Wagner
[14.1. 06]
Bremen oder
Wie groß darf ein Bundesland sein?
zu Silke Hellwig: "Ein Land zu viel
" in Die Zeit 3/2006
Wie groß darf
denn bitteschön ein Bundesland sein? Größer als des ruinierte
Bremen?
Ist das reiche Hamburg dann groß genug? Aber ist dann aber das
wie Bremen hoffnungslos verschuldete Berlin nicht doch wieder zu
klein? Europas erfolgreichster Staat ist der Zwerg Luxemburg
während die Riesen Deutschland und Frankreich schlingern.
Muß man sie nun zerschlagen?
Wer Länder und Staaten zu pseudooptimalen Verwaltungsstrukturen
degradiert, ignoriert, daß jedes Gemeinwesen von und aus der
Identifikation seiner Bewohner mit ihm und seiner Geschichte lebt.
Und wer so herangeht will ganz sicher auch vom eigentlichen
Problem ablenken.
Bremens Desaster ist keinesfalls die Folge seiner Größe. Es ist
das Ergebnis des Handelns seiner Politiker und seiner Wähler. So
zieht Ex-Bürgermeister Scherf heute gut gelaunt Bilanz und verkündet
über die Medien, er würde immer wieder so handeln, im Zweifel
immer wieder neue Schulden machen. Natürlich nur für die
Menschen, für die Bremer. Dafür lieben sie ihn und wiederwählen
würden sie ihn ganz sicher auch. Mit dieser Symbiose aus Gefälligkeitspolitik
und Transfersucht der Regierten läßt sich jeder Staat in den
Bankrott führen egal von welcher Größe.
Hilfe beginnt bei sich selbst. Wer in Sachen Föderalismus auf
seine Rechte pocht, muß auch an seine Pflichten erinnert werden.
Und Selbsthilfe beginnt mit der Wahrheit: Das Bremer
Politikkonzept ist gescheitert. Leider war uns ist es nicht auf
Bremen beschränkt.
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